KYB-Compliance für US-Territorien: Puerto Rico und die USVI erklärt

17. Juli 2026 8 Min. Lesezeit
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KYB-Compliance für US-Territorien: Puerto Rico und die USVI erklärt

Wenn deutsche und europäische Unternehmen Geschäftsbeziehungen mit US-amerikanischen Partnern aufbauen, denken Compliance-Verantwortliche meist an die 50 Bundesstaaten – Delaware, New York, Texas. Doch ein blinder Fleck in der KYB-Praxis (Know Your Business) betrifft US-Territorien wie Puerto Rico und die U.S. Virgin Islands (USVI). Beide Gebiete sind zwar kein US-Bundesstaat, aber rechtlich Teil der Vereinigten Staaten, besitzen eigene Unternehmensregister und unterliegen US-Bundesrecht. Für die KYB Compliance US Territorien bedeutet das: eigene Regeln, eigene Risiken, eigene API-Endpunkte.

Dieser Leitfaden erklärt, warum Puerto Rico und USVI für EU-Compliance-Teams besondere Aufmerksamkeit verdienen, welche regulatorischen Pflichten aus dem deutschen Geldwäschegesetz (GwG) und der EU-Geldwäscherichtlinie AMLD6 entstehen, und wie Sie die Unternehmensverifizierung über die OpenSOSData API automatisieren – inklusive konkretem Code-Beispiel.


Warum US-Territorien ein Compliance-Risiko darstellen

Puerto Rico und die USVI sind sogenannte „unincorporated territories" der USA. Unternehmen dort können nach lokalem Recht gegründet werden – unabhängig vom US-amerikanischen Bundesrecht für Bundesstaaten. Das schafft eine Grauzone: Aus europäischer Perspektive handelt es sich um US-Einheiten, die jedoch nicht über die typischen Kanäle des Handelsregistersystems der 50 Bundesstaaten erreichbar sind.

Konkrete Risikofaktoren:

Regulatorischer Rahmen: GwG, AMLD6 und GDPR

Deutsches Geldwäschegesetz (GwG)

§ 10 GwG verpflichtet Verpflichtete – Banken, Finanzdienstleister, Notare, Rechtsanwälte und bestimmte Gewerbetreibende – zur Identifizierung von Vertragspartnern und wirtschaftlich Berechtigten. Bei juristischen Personen aus Drittstaaten, wozu US-Territorien zählen, ist eine verstärkte Sorgfaltspflicht nach § 15 GwG zu prüfen, insbesondere wenn das Länderrisiko erhöht ist oder keine ausreichende Transparenz über die Unternehmensstruktur besteht.

EU AMLD6 (6. Geldwäscherichtlinie)

Die AMLD6, die seit Dezember 2020 in nationales Recht umzusetzen war, erweitert den Katalog der Vortaten zur Geldwäsche und verschärft die Haftung juristischer Personen. Für KYB-Prozesse relevant: Die Richtlinie verlangt, dass Unternehmen ihre Gegenparteien auf Basis verlässlicher, unabhängiger Quellen verifizieren. Offizielle Handelsregisterauszüge – auch aus US-Territorien – gelten als solche Quellen. Die kommende AMLD-Paketreform (AML-Verordnung 2025) wird diese Anforderungen weiter konkretisieren.

GDPR und US-Geschäftsdaten

Ein oft unterschätzter Aspekt: Das Abrufen von Unternehmensdaten aus US-Registern und deren Speicherung in EU-Systemen berührt die DSGVO. Grundsätzlich gilt: Daten juristischer Personen fallen nicht in den Schutzbereich der DSGVO. Sobald jedoch personenbezogene Daten natürlicher Personen (z. B. Name des Registered Agent, Adresse von Gesellschaftern) übertragen werden, greift Art. 44 ff. DSGVO. Für Transfers in die USA ist seit dem EU-US Data Privacy Framework (seit Juli 2023) eine angemessene Rechtsgrundlage vorhanden, sofern der US-Empfänger zertifiziert ist.

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Puerto Rico: Das Unternehmensregister im Detail

Das Puerto-ricanische Unternehmensregister wird vom Departamento de Estado de Puerto Rico geführt. Dort können Corporations, LLCs und Partnerships eingetragen sein. Besonderheiten:

U.S. Virgin Islands: Kleines Territorium, großes Risiko

Die USVI (St. Croix, St. John, St. Thomas) haben historisch als Offshore-Strukturierungsstandort gedient. Das lokale Unternehmensregister bietet weniger öffentlich einsehbare Informationen als die meisten US-Bundesstaaten. Für EU-Compliance-Teams bedeutet das: höherer manueller Aufwand und erhöhtes Risiko von Deckmantelgesellschaften. BaFin-Guidance zu Drittlandsgegenparteien empfiehlt bei eingeschränkter Datenlage explizit, auf automatisierte Registerdatenabfragen zurückzugreifen und Lücken zu dokumentieren.

OpenSOSData API: Automatisierte Abfrage für alle US-Territorien

Die OpenSOSData API deckt alle 50 US-Bundesstaaten sowie Washington D.C., Puerto Rico und die U.S. Virgin Islands ab – insgesamt über 23 Millionen Entitäten. Die API gibt zurück: Unternehmensname, Rechtsform, Register-ID, Status, Gründungsdatum, Registered Agent und Adresse.

Preise: Live-Abfragen kosten $0,10 pro Lookup (ca. 0,09 EUR), bei Volumen ab $0,0314. Gecachte Abfragen kosten $0,01 pro Lookup, bei Volumen ab $0,00314. Kein Abonnement, Pay-as-you-go. Registrierung unter app.opensosdata.com.

Praxisbeispiel: Unternehmensabfrage für Puerto Rico und USVI

Das folgende Python-Beispiel zeigt, wie Sie im KYB-Workflow automatisch eine Entität in Puerto Rico und eine in den USVI abfragen und das Ergebnis für die Compliance-Dokumentation aufbereiten:


import requests
import json

# API-Schlüssel aus sicherer Umgebungsvariable laden
API_KEY = "IHR_API_SCHLÜSSEL"
ENDPOINT = "https://api.opensosdata.com/v1/lookup"

# Header mit Authentifizierung
headers = {
    "Authorization": f"Bearer {API_KEY}",
    "Content-Type": "application/json"
}

# Liste der zu prüfenden Unternehmen in US-Territorien
unternehmen = [
    {
        "name": "Caribbean Trading Solutions LLC",
        "state": "PR",   # Puerto Rico
        "kommentar": "Prüfung nach § 10 GwG, erhöhtes Risiko Act-60"
    },
    {
        "name": "Island Holdings Corp",
        "state": "VI",   # U.S. Virgin Islands
        "kommentar": "Verstärkte Sorgfaltspflicht nach § 15 GwG"
    }
]

# Ergebnisse für Compliance-Dokumentation sammeln
ergebnisse = []

for firma in unternehmen:
    # API-Anfrage zusammenstellen
    payload = {
        "business_name": firma["name"],
        "state": firma["state"]
    }

    antwort = requests.post(ENDPOINT, headers=headers, json=payload)

    if antwort.status_code == 200:
        daten = antwort.json()
        # Relevanzte Felder für KYB-Akte extrahieren
        eintrag = {
            "firmenname": daten.get("entity_name"),
            "rechtsform": daten.get("entity_type"),
            "register_id": daten.get("entity_id"),
            "status": daten.get("status"),
            "gruendungsdatum": daten.get("formation_date"),
            "registered_agent": daten.get("registered_agent"),
            "adresse": daten.get("registered_agent_address"),
            "territorium": firma["state"],
            "compliance_hinweis": firma["kommentar"]
        }
        ergebnisse.append(eintrag)
        print(f"[OK] {firma['name']}: Status = {daten.get('status')}")
    else:
        # Fehler protokollieren – wichtig für Auditpfad
        print(f"[FEHLER] {firma['name']}: HTTP {antwort.status_code}")
        ergebnisse.append({
            "firmenname": firma["name"],
            "fehler": f"HTTP {antwort.status_code}",
            "compliance_hinweis": firma["kommentar"]
        })

# Ergebnisse als JSON für Compliance-System exportieren
with open("kyb_territorien_ergebnis.json", "w", encoding="utf-8") as f:
    json.dump(ergebnisse, f, ensure_ascii=False, indent=2)

print("KYB-Prüfung abgeschlossen. Ergebnis in kyb_territorien_ergebnis.json gespeichert.")
  

Die vollständige API-Dokumentation finden Sie unter opensosdata.com/openapi.yaml.

Vergleich: Puerto Rico vs. USVI vs. typischer US-Bundesstaat

Kriterium Puerto Rico (PR) U.S. Virgin Islands (VI) Delaware (DE) – Referenz
Registerführung Departamento de Estado Lt. Governor's Office Division of Corporations
Sprache der Einträge Spanisch / Englisch Englisch Englisch
Öffentliche Datenverfügbarkeit Mittel Eingeschränkt Hoch
Steuerliche Sonderregimes Ja (Act 60) Ja (USVI EDC) Nein
GwG-Risikostufe (typisch) Erhöht Hoch Standard bis erhöht
OpenSOSData API-Kürzel PR VI DE

Best Practices für EU-Compliance-Teams

  1. Territorien in die Risikoklassifizierung aufnehmen: Ergänzen Sie Ihre interne Länderliste um PR und VI als eigene Kategorien mit erhöhter Risikostufe.
  2. Act-60 und USVI-EDC-Unternehmen flaggen: Automatisches Flag bei Registrierung in diesen Steuerprogrammen – Trigger für verstärkte Sorgfalt nach § 15 GwG.
  3. OFAC-Check kombinieren: Jede API-Abfrage sollte mit einem OFAC-SDN-Abgleich verknüpft werden. US-Territorien unterliegen denselben Sanktionslisten wie Bundesstaaten.
  4. Dokumentationspflicht erfüllen: Exportieren Sie API-Antworten als revisionssichere JSON-Dateien für Ihre Compliance-Akte.
  5. Sprachbarriere bei PR adressieren: Spanischsprachige Einträge müssen intern übersetzt oder durch ein qualifiziertes Tool verarbeitet werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Sind Puerto Rico und USVI aus GwG-Sicht Drittstaaten?

Ja. Obwohl sie Teil des US-amerikanischen Hoheitsgebiets sind, gelten sie aus EU- und damit auch aus GwG-Sicht als Drittstaaten. Eine Gleichstellung mit EU-Mitgliedstaaten oder EWR-Staaten findet nicht statt. Das bedeutet: Für Geschäftspartner aus PR oder VI gelten die Sorgfaltspflichten für Drittlandsgegenparteien, inklusive der Prüfung auf erhöhtes Risiko nach § 15 GwG.

Welche Daten liefert die OpenSOSData API für US-Territorien?

Die API gibt für Puerto Rico und USVI dieselben Felder zurück wie für alle 50 Bundesstaaten: Unternehmensname, Rechtsform, Register-ID, aktueller Status (aktiv/inaktiv), Gründungsdatum, Name und Adresse des Registered Agent. Abhängig von der Datenverfügbarkeit im jeweiligen Territorium können einzelne Felder leer sein – dies wird in der Antwort transparent ausgewiesen.

Wie unterscheidet sich die AMLD6-Anforderung von einer einfachen Handelsregisterabfrage?

AMLD6 verlangt nicht nur die Existenzprüfung einer Entität, sondern auch die Verifizierung des wirtschaftlich Berechtigten (Beneficial Owner) und eine risikobasierte Bewertung der Geschäftsbeziehung. Die Handelsregisterabfrage via OpenSOSData liefert die Grundlage (Unternehmensidentität, Status, Registered Agent). Ergänzend sind Beneficial-Ownership-Datenbanken und interne Risikomodelle erforderlich.

Ist die Nutzung der OpenSOSData API DSGVO-konform?

Die über die API abgerufenen Unternehmensdaten sind öffentlich zugängliche Registerinformationen. Personenbezogene Daten natürlicher Personen (z. B. Registered Agent) müssen im Einklang mit Art. 6 DSGVO verarbeitet werden. Da OpenSOSData ein US-Dienst ist, empfiehlt sich die Prüfung, ob eine geeignete Rechtsgrundlage für den Datentransfer vorliegt (EU-US Data Privacy Framework oder Standardvertragsklauseln). Konsultieren Sie Ihren Datenschutzbeauftragten.

Was kostet eine API-Abfrage für Puerto Rico oder USVI?

Die Preisstruktur ist identisch mit allen anderen Jurisdiktionen: Live-Lookups kosten $0,10 (ca. 0,09 EUR) pro Abfrage, bei Volumen sinkt der Preis auf bis zu $0,0314. Gecachte Ergebnisse kosten $0,01, bei Volumen bis zu $0,00314. Es gibt kein Abo-Modell – abgerechnet wird Pay-as-you-go. Details und Registrierung unter app.opensosdata.com.

Wie gehe ich vor, wenn ein Unternehmen in den USVI nicht in der API gefunden wird?

Nicht auffindbare Entitäten müssen in der Compliance-Dokumentation als „nicht verifizierbar über automatisierte Quelle" gekennzeichnet werden. Folgeschritte: manuelle Anfrage beim Lt. Governor's Office der USVI, Anfordern eines offiziellen Certificate of Good Standing, sowie interne Eskalation für die Risikoentscheidung. Gemäß § 15 GwG kann bei unzureichender Verifizierbarkeit die Geschäftsbeziehung abgelehnt oder erst nach verstärkter Prüfung eingegangen werden.

Muss ich US-Territorien separat in meiner unternehmensweiten KYB-Richtlinie adressieren?

Ja, das wird empfohlen. Da US-Territorien weder als klassische US-Bundesstaaten noch als unabhängige Drittstaaten behandelt werden können, entstehen Lücken in generischen Richtlinien. Eine explizite Erwähnung von PR und VI mit zugehöriger Risikostufe und Eskalationspfad stärkt die Robustheit Ihres Compliance-Programms gegenüber BaFin-Prüfungen und internen Audits.


Fazit

KYB Compliance US Territorien ist kein Randthema mehr. Mit dem Wachstum digitaler Geschäftsbeziehungen und der zunehmenden Nutzung von Steueroptimierungsstrukturen in Puerto Rico und den USVI steigt das Risiko, dass EU-Unternehmen ohne es zu wissen mit intransparenten Entitäten in Berührung kommen. Die gute Nachricht: Mit der OpenSOSData API lassen sich auch diese Territorien automatisiert und kostengünstig abfragen – vollständig in bestehende KYB-Workflows integrierbar. Kombiniert mit einer klaren GwG-Risikoklassifizierung und DSGVO-konformer Datenverarbeitung erfüllen Sie die Anforderungen von AMLD6, GwG und BaFin-Guidance zuverlässig.

Entitäten ab $0,10 pro Abfrage verifizieren

Live-Abfragen ab $0,10, mit Volumen bis zu $0,0314. Nutzungsbasierte Abrechnung.

Kostenloses Konto erstellen
Verfasst vom OpenSOSData-Team, Experten für US Secretary of State-Daten und Unternehmensverifizierungs-APIs.